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ADS oder ADHS

Wer sich nicht selbst organisiert, dem rückt das Chaos die Möbel.
Peter E. Schumacher, *1941, dt. Publizist

Bild: vertraeumt

Das Genie kann im Chaos Ordnung erkennen. Ich bin das größere Genie: Ich kann aus jeder Ordnung Chaos schaffen!
Helga Schäferling, *1957, dt. Sozialpädagogin

Unruhig sein heißt, seinen Mittelpunkt suchen.
Epiktet, 50-138 n. Chr., ehemaliger Sklave u. griechischer Philosoph, späte Stoiker-Schule

Durch Leichtfertigkeit verliert man die Wurzeln, durch Unruhe die Übersicht. 
Laotse, chin. Philosoph, 6. Jhdt v. Chr.


Niemand ist frei, der sich nicht beherrscht.
Epiktet, 50-138 n. Chr., ehemaliger Sklave u. griechischer Philosoph, späte Stoiker-Schule

Ein wenig Leidenschaft beflügelt den Geist, zu viel löscht ihn aus.
Henri Stendhal, frz. Schriftsteller, 1783 - 1842

Bild: impulsiv

Bild oben: mondstein/PIXELIO
Bild unten: schemmi/
PIXELIO

Wissenswertes über ADS und ADHS

zur Aufmerksamkeits-Defizit-Störung
(ADS, ohne Hyperaktivität)
     und zur

Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung
(ADHS, HKS)

Hyperkinetische Störungen (HKS, ADHS) sind durch ein durchgehendes Muster von

  • Unaufmerksamkeit,


  • Impulsivität / emotionale Instabilität,


  • Überaktivität


gekennzeichnet, das in einem für den Entwicklungsstand des Betroffenen abnormen Ausmaß situationsübergreifend auftritt.

Bei ADS ist keine Hyperaktivität erkennbar, jedoch stehen

  • Unaufmerksamkeit,


  • Verträumtheit,


  • Vergesslichkeit und eine


  • chaotisch


    ... gestaltete Umgebung im Vordergrund. Von ADS betroffene sind zuweilen auch innerlich unruhig, was jedoch nach außen kaum in Erscheinung tritt.

Die Störungen ADHS oder ADS beginnen vor dem Alter von sechs Jahren und müssen in mindestens zwei Lebensbereichen / Situationen (im Kindergarten / in der Schule, in der Familie) über mehr als 6 Monate auftreten, falls es denn wirklich ADS/ADHS ist. Ungefähr 4-15 % aller Kinder - Jungen häufiger als Mädchen - entwickeln mit unterschiedlicher Ausprägung die Symptome einer ADS/ADHS. Sie gehört damit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Auf die aktuellen Klassengrößen bezogen bedeutet dies, dass pro Schulklasse im statistischen Durchschnitt mindestens ein Kind von ADHS oder ADS betroffen ist.

  • Erst in den letzten Jahren wurde auch in Deutschland zunehmend erkannt, dass sich die Symptomatik mit dem Erwachsenwerden bei den meisten Betroffenen nicht „auswächst", sondern im Erwachsenenalter fortbesteht. Schätzungsweise 3-6 % aller Erwachsenen zeigen - mit unterschiedlichem Schweregrad - anhaltende Symptome einer ADS / ADHS. Die aktuelle KIGGS-Studie des Robert-Koch Instituts zeigt auf, dass bei 4,8% der untersuchten Kinder (14 836 Kinder und Jugendliche zwischen 3 bis 17 Jahren) eine ADHS zu diagnostizieren war. Weitere 4,9% der Untersuchten galten als Verdachtsfälle (Bundesge-sundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 5/6, 2007).

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Fortsetzung von linker Spalte

Somit kann festgestellt werden, dass wahrscheinlich sowohl die falsch positiven – also zu unrecht diagnostizierten – als auch die falsch negativen – also nicht diagnostizierten ADHS-Fälle immer noch häufig sind. Es ist davon auszugehen, dass bei einer ständig steigenden Häufigkeitsrate die tatsächliche Anzahl betroffener Kinder immer noch deutlich unterschätzt wird.

Von AD(H)S Betroffene leiden generell unter einer Reizüberflutung. Bei diesen Personen wird aufgrund einer Filterschwäche das Gehirn mit Informationen überflutet. Die ankommenden Informationen überfordern daher das Auffassungsvermögen extrem, sodass der Betroffene nicht mehr unterscheiden kann, was wichtig oder unwichtig ist. Damit entsteht ein Chaos im Gehirn. Der Betroffene ist zerstreut, unaufmerksam, gereizt und impulsiv.

Vom selben Problem sind auch Menschen mit autistischen Störungen, wie z.B. Asperger-Syndrom betroffen. Siehe dort ->

Die Reizüberflutung bei AD(H)S zeigt sich auch in überempfindlichen Sinneswahrnehmungen. Folgende Aufzählung zeigt mögliche Überempfindlichkeiten, die auftreten können, aber nicht müssen:

  • Überempfindlichkeit des Gehörs, Geräuschüberempfindlichkeit: nicht zuhören können, Störung des Hörgedächtnisses, Gehörtes falsch verstehen, Dysgrammatismus, Schwäche in den Lese- und Rechtschreibleistungen (vor allem Jungs).


  • Seltener eine gestörte Sehverarbeitung: auffällig durch Schwierigkeiten, eine Vorlage abzumalen, beim Lesen, wenig Freude an visuellen Reizen, Buchstaben nicht gut zwischen den Linien platzieren können, Übersehen von Zahlen, Wörtern, Sätzen bei Hausaufgaben; Hindernisse übersehen mit der Folge von Unfällen und Verletzungen .


  • Auch der Geruchsinn kann bei AD(H)S-Kindern gestört sein: Überempfindlichkeit gegen Gerüche, häufiger Brechreiz bei üblen Gerüchen.


  • Überempfindlicher oder unterempfindlicher Geschmacksinn.


  • Gestörtes Körpergefühl: Kein optimales Zusammenspiel von Ober- und Tiefensensibilität. Das Kind hat Schwierigkeiten, rechts - links sicher anzugeben oder sich im Raum problemlos zu orientieren.


  • Gestörte Schmerzempfindung.


  • Gestörte Temperaturempfindung: Das Kind wählt Kleidung, die für die Jahreszeit nicht passend ist.

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